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Rückblick: St. Barbara-Kirche

Seit 50 Jahren Zentrum des kirchlichen Lebens Kirchengemeinde setzt sich für Renovierungen 
ein Buntes Programm zum Jubiläum
(Von SZ-Mitarbeiter Norbert Becker)

Saarfels. Seit nunmehr 50 Jahren ist Saarfels stolz auf seine St.- Barbara-Kirche, die 1960 die historische, seit einigen Jahrhunderten und heute noch das Ortsbild mitprägende St.-Barbara-Kapelle als Zentrum des kirchlichen Lebens des zweitkleinsten Gemeindebezirks der Gemeinde Beckingen ablöste. Am kommenden Wochenende, 28. und 29. August, wird der runde Geburtstag dieses modernen Gotteshauses mit seinem 28 Meter hohen, markanten rechteckigen Glockenturm und kleinem Pfarrsälchen im Kellergeschoss in würdigem Rahmen gefeiert. Das Jubiläum gibt auch Anlass, Rückblick auf die Entstehung der Kirche zu halten.

Mönche feiern Gottesdienst
Bereits im 16. Jahrhundert feierten Mönche aus Mettlach Gottesdienste in der St. Barbara-Kapelle, über deren Alter es keine gesicherten Angaben gibt. Im Juli 1937 erhielt Pfarrer Matthias Braun aus Beckingen vom Bischöflichen Generalvikariat Trier die Erlaubnis, das Allerheiligste von der Pfarrkirche Beckingen in die Filialkapelle Saarfels zu übertragen. Voraussetzung hierfür war, dass für einen feuer- und diebessicheren Tabernakel und die Unterhaltung des Ewigen Lichtes Sorge getragen wurde. Die Übertragung erfolgte dann am 13. September 1937.

Nach dem 2. Weltkrieg ging es auch in Saarfels, das große Zerstörungen erlitten hatte, an den Wiederaufbau. Hierzu zählte auch die beschädigte St. Barbara-Kapelle, die auf Grund der Opferbereitschaft der fast ausschließlich katholischen Saarfelser Bevölkerung wieder in Stand gesetzt werden konnte. Um Messen und Christenlehren zu besuchen, sowie bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, mussten sich die Gläubigen allerdings zur Pfarrkirche nach Beckingen aufmachen. Man ging nüchtern, da der Empfang der Kommunion selbstverständlich war - und in zwei Gruppen: die Oberberger über den Bolzenberg und die Unterberger an der Saar entlang, und das bei jedem Wetter. Bei dreckigen Schuhen durften nur die kleinen Sitzbänke im Seitenschiff der Kirche besetzt werden.

Im März 1953 erhielten nach einem regen Schriftwechsel zwischen dem Beckinger Pfarrer Braun und der Bischöflichen Behörde in Trier schließlich die Patres von St. Gangolf die Erlaubnis, an Sonn- und Feiertagen Gottesdienste in der Kapelle zu feiern, wofür Saarfels, das damals 476 Seelen zählte, die Kosten zu tragen hatte. Am 30. Juni 1956 wurde Pfarrer Theo Stammer zum Pastor von Beckingen und Saarfels ernannt. Umgehend regte er den Bau einer neuen Kirche für Saarfels an. Um dies auf den Weg zu bringen, war jedoch die Gründung einer selbstständigen Kirchengemeinde Saarfels erforderlich. Nach vielen Gesprächen schickte Pfarrer Stammer im Februar 1957 ein Schreiben nach Trier, in dem er die Filiale Saarfels als ein besonderes Sorgenkind für den Beckinger Pfarrer bezeichnete. Die Filiale hätte während der langen Krankheit des Vorgängers Braun nicht so betreut werden können, wie es notwendig gewesen sei. Kaplan Thome müsse sich um Beckingen kümmern. Zur Aushilfe kämen Kapuzinermönche aus Bitche. "Es ist nicht mehr möglich, diesen Zustand abzuschaffen, weil dann die Saarfelser nicht nach Beckingen in die Kirche kommen", stellte Stammer in seinem Schreiben fest. Er wies auch auf die Schwierigkeit der Verwaltung der Gelder hin und die regte die Gründung einer eigenen Kirchengemeinde Saarfels an.

1958 Kirchengemeinde
Mit der von Bischof Matthias Wehr unterzeichneten Urkunde vom 1. März 1958 wurde der Errichtung der Katholischen Kirchengemeinde "St. Barbara" in Saarfels stattgegeben. Die Filiale Saarfels der Pfarrei Beckingen wurde damit zur Kirchengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung erhoben. Bereits im Juni 1958 fand im Gasthaus Schmitt die erste Sitzung des Saarfelser Kirchenvorstandes (siehe Info) statt, in der unter anderem die Gründung eines Kirchenbau-Vereins beschlossen wurde, der durch Veranstaltungen Gelder zusammentragen sollte.

Am 12. Oktober 1958 beauftragte der Kirchenvorstand den Saarwellinger Architekten Toni Laub mit der Planung für die neue Kirche. Seinen Plänen mit veranschlagten Kosten in Höhe von rund 510 000 Deutsche Mark stimmten das Bistum und die Landesregierung zu. Den Bauplatz stellte die Zivilgemeinde Saarfels zur Verfügung. Am Palmsonntag, 22. März 1959, wurde der erste Spatenstich vollzogen.

Zu der Grundsteinlegung am 12. Juli 1959 kam auch der damalige Ministerpräsident Franz-Josef Röder. Da zu dieser Zeit auch der Heilige Rock in Trier ausgestellt war, wurde das Wallfahrtsabzeichen am Grundstein angebracht. Die Bauarbeiten gingen dann zunächst zügig voran, so dass schon am 12. November 1959 der Richtstrauß wehte. Doch ein kalter Winter bereitete den Bauleuten Schwierigkeiten. Dennoch wurde am 24. Juli 1960 die Kirche unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Saarfels und der Nachbargemeinden durch Prälat Carl Kammer eingeweiht. Pfarrer Stammer zelebrierte das erste Festhochamt. Mit der Einweihung war ein zünftiges Pfarrfest verbunden. Das neue Gotteshaus steht weitsichtbar hoch über dem Saartal im Dorf. Nach den Vorstellungen des Architekten Laub sollte es als "Wehrkirche" mit kleinen Fenstern an der Westseite das Gegenstück zu der auf der gegenüberliegenden Saarseite befindlichen Siersburg bilden. Zur weiteren Ausstattung gehörten unter anderem drei neue Glocken im Oktober 1962, der Erwerb der vom Bistum zur Verfügung gestellten Leihorgel, das Anbringen des großen Balkenkreuzes mit holzgeschnitztem Christuscorpus, der Einbau einer Ölheizung sowie die Einrichtung einer Antonius-Kapelle unter dem Glockenturm. Im Jahre 1974 erhielt die Kirche einen Innenanstrich. Die ursprünglich vorgesehene Turmuhr kam bisher nicht zur Ausführung. Saarfels. Nach 32 Jahren stand 1992 eine Außenrenovierung an, die über 345 000 DM kostete. Die Kirchengemeinde musste von den Gesamtkosten ein Drittel als Eigenleistung aufbringen. "Wir haben es als kleine Kirchengemeinde mit etwa 800 Gläubigen immer geschafft, unsere zwei Gotteshäuser zu unterhalten und sind dank der Spenden- und Opferbereitschaft der Saarfelser und des geschickten Finanzgebarens der Verantwortlichen seit zwei Jahren ohne Schulden. Auch die derzeit laufende Innenrenovierung, die zur Jubiläumsfeier soweit abgeschlossen sein soll, wird wahrscheinlich ohne eine Neuverschuldung über die Bühne gehen. Die Zuschuss Anträge sind bewilligt, die Firma Warken aus Rehlingen hat die komplette Innenausmalung durchgeführt und eine einheimische Künstlerin das neue Altarbild entworfen und gestaltet", sagt der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Ewald Preuß.

Mit Pastor Christoph Eckert, Architekt M. Hürtgen vom Generalvikariat und Pater Hermann Esser, der als Arbeiterpriester des Oblaten-Klosters Saarbrücken seit 1975 die gottesdienstlichen Aufgaben erledigt und besten Kontakt zu der Bevölkerung, vor allem zur Jugend, pflegt, seien die Maßnahmen abgestimmt worden. Matthias Marx, Gerhard Krah und nun Christoph Eckert, die Nachfolger des Erbauers Pastor Theo Stammer, handelten stets in dessen Sinne und zum Wohle der Kirchengemeinde.

Aktives Gemeindeleben
In Saarfels hat die Kirchengemeinde einen Verwaltungsrat mit vier Mitgliedern, aber keinen eigenen Pfarrgemeinderat. Es werden vier Saarfelser Personen in den Pfarrgemeinderat Beckingen gewählt. Diese bilden zusammen mit dem Verwaltungsrat und Pater Esser ein Gremium, das sich um die Belange der Kirchengemeinde kümmert. 1953 wurde der Katholische Kirchenchor "Cäcilia" gegründet, dessen erster Vorsitzender Erich Schröder und erster Dirigent Josef Kredteck war. Seit 1994 führt nun Elvira Kelkel den Chor, der von Stefan Langenfeld dirigiert wird. 1955 kam es zur Gründung des Katholischen Frauenwerks (heute Katholische Frauengemeinschaft). Erste Vorsitzende wurde die Lehrerin Maria Kredteck. Seit 1989 steht Sonja Dusek an der Spitze. Vor über 55 Jahren wurde eine Katholische Jugend ins Leben gerufen. Auch die anderen Vereine und Organisationen des Dorfes sind stets mit dabei, wenn es um die Unterstützung der Kirchengemeinde geht. Nb

Saarfels. 
Das Programm für das Jubiläum: Morgen, Samstag, 28. August 2010: 18.30 Uhr Messe, anschließend Dämmerschoppen. Sonntag, 29. August 2010: zehn Uhr Festhochamt mit dem Kirchenchor. Danach Frühschoppen, zwölf Uhr Mittagessen, 14 bis 18 Uhr bei Kaffee und Kuchen buntes Programm für Jung und Alt mit den Saarfelser Vereinen, einer Zauberin und der Saarfelser Rätselrunde. Der Erlös ist für die weitere Innenrenovierung der Kirche bestimmt. nb

Auf einen Blick
Der Kirchenvorstand, der im Jahr 1958 für den Neubau der St. Barbara-Kirche in Saarfels verantwortlich war: Pfarrer Theo Stammer (Vorsitzender), Karl Lauer (zweiter Vorsitzender) sowie Peter Dauster, Artur Litz, Josef Werwie, Robert Werwie und Herbert Jenner. Nb

Quelle:
SZ-Mitarbeiter Norbert Becker
Erschienen: 27.08.2010 / SZR / MZG_LOK / CLOK30_5
Verfasser: Von SZ-Mitarbeiter



Quelle:
Fotos und Repros: Norbert Becker
Erschienen: 27.08.2010 / SZR / MZG_LOK / CLOK30_5

Schnappschuss vom Spatenstich 1959.
Die erste Fronleichnams-Prozession 1962.
1992 wurde Pastor Stammer in der Kirche beigesetzt.


 
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